Samstag, 15. September 2007

Ladenschluss

Der nächste Grabhügel: die wunderbare Frau Saintphalle hat ihren Kramladen geschlossen. Noch ein bißchen Ausverkauf für die Stammkundschaft und dann die Läden dicht.
Was habe ich in den vergeangenen beiden Jahren dort nicht viel und gerne gelesen, gelernt, mitgefühlt und gestaunt!
Aber was soll´s, sie wird die gewonnene Zeit sicher gut verwenden. Das denke ich mir jedesmal, wenn ein liebgewordenes Weblog schließt. Aber in diesen Fall tut es doch ein wenig mehr weh.

Montag, 10. September 2007

Freundlich ...

... bin ich nur mehr zu meinem Kleinen. Und zu ein paar anderen Menschen, die sich die Übellaunigkeit nicht unbedingt verdient haben. Und zu seiner Mamma - wenn sie mich gerade nicht nervt. Ich in müde, aber dabei sehr umtriebig. Früher war das genau umgekehrt.

Morgen kommt der Pfarrer ins Haus, zu einem Vorgespräch wegen der Taufe. Da werde ich mich zusammenreissen müssen und auf nett machen.

Irgendwie schlafe ich zu wenig - das wird´s sein!

Dienstag, 4. September 2007

Rasch Einheizen

Heuer kommt sie bald, die Kälte. Jeden Tag sinkt die Raumtemperatur, heute unterschreiten wir die 20-Grad-Marke im Wohnzimmer. Ich wäre ja nicht so ein Weichei, dass ich die nächsten Tage nicht mit dem Pullover durchhalten könnte, aber Ralph ist ein Sommerkind und wird Eiszapfen im Kinderzimmer nicht goutieren. Und ein unzufriedener Säugling gibt dir Gas und treibt dich vor sich her.
Da verbrennen wir lieber ein paar Kubikmeter Erdgas mehr, die Atmosphäre wird´s aushalten.

Mittwoch, 29. August 2007

Schnellzugtempo

Mit dem heutigen ersten kühleren Regentag ist der Sommer wohl vorbei. Schön war er, nicht nur wettermäßig. Auch wenn jetzt ein paar Altweibersommertage irgendwann noch auftauchen und das Alpenvorland immer wieder im Herbst für warme föhnige Tage gut ist: das war es!

Und die am schnellsten vergangene Zeit meines bisherigen Daseins war es auch: die Beschleunigung aller Tagesabschnitte ist bemerkenswert, seit der kleine Ralph auf der Welt ist.
Der Schlaf wird kürzer, traumreicher und bleierner. Der Morgen vergeht, die Eisenbahnfahrt in die Arbeit verkürzt sich auf rätselhafte Weise, die berufliche Tätigkeit vergeht im Fluge, die Gedanken sind zum Teil nach Hause zurückgeeilt. Dann Beschäftigung mit dem Kindchen, wenn es munter ist oder Betrachtung Desselbigen wenn es gerade schläft, dazwischen schnell etwas essen, wenig fernsehen, schnell ein paar Seiten in einem Buch gelesen, wieder ein Fläschchen, ein halbes Stündlein im Internet gesurft und schon längst ist es finster geworden und dann rasch ins Bett.

Reinhard Mey hat recht: "Keine ruhige Minute ist mehr für mich drin".

Sonntag, 19. August 2007

tremenda vendetta

Vor mehr als fünf Jahren war das Leben nicht gerade einfach für mich. Eine große Krise war eben halb durchgestanden. Doch gerade zu dem Zeitpunkt, als es eigentlich wieder aufwärts gehen sollte, wurde ich in der Arbeit massivst ausgebremst.
Drei Mitmenschen taten sich dabei besonders hervor, wobei der eigentliche Grund für diesen Übereifer für mich immer rätselhaft blieb. War es von weiter oben befohlenes Mobbing oder nur schlichter Übereifer? War es die gelegentliche Lust des Menschen auf den noch zu treten, der schon am Boden liegt? Ich habe sie nicht gefragt - das ist nie meine Art gewesen, Böses mir auch noch erklären zu lassen, für das ich weit und breit keinen Auslöser finden kann.
Eine asiatische Weisheit erklärt, dass man aber nur lange genug am Ufer des Flusses zu sitzen bräuchte, um eines Tages die Leichen der Feinde vorbeitreiben zu sehen. Das half mir damals wirklich weiter, obwohl ich mich eigentlich schon selbst ins Meer gespült sah und die Anderen noch nicht einmal ins Wasser geplumst waren.
So schlimm kam es dann doch nicht, dass Kadaver herumschwammen: aber immerhin hatte das Schicksal schon noch ein paar Giftpfeilchen im Köcher. Eine bekam ein massiv behindertes Kind, die andere Sekkantin Brustkrebs. Ich bin ja fast erschrocken darüber, wie schnell sich das Blatt und das Glück wenden kann - und sollte ich denen auch damals kurz alles Mögliche an den Hals gewünscht haben - diese Schicksalsschläge waren sicher nicht dabei! Ausrutschen ja, aber nicht liegenbleiben.
Dass der Hauptverursacher meiner damaligen Schwierigkeiten bislang noch nicht vom Blitz getroffen wurde freut mich ebenfalls. Aber dass sich bei ihm als extremen Hobbysportler bei einer seiner vielen Herumhoppsereien neulich das Kreuzband verabschiedet hat .... . Naja, ich senke die Flagge deshalb nicht auf Halbmast.
Und wenn es schon passieren mußte: hoffentlich hat es laut geschnalzt!

Montag, 13. August 2007

Bratlpappat

Der kleine Ralph nimmt zu. Nach etwas untergewichtigem Start blinzelt er jetzt schon aus einem ganz schön fülligem Gesichtchen in die Welt. Im hiesigen Dialekt fällt er bald in die "Bratlpappat"-Kategorie.
Sie bezeichnet ein dickes fettverschmiertes Gesicht (= Papp´n) infolge häufigem Schweinebratenkonsums.

Freitag, 3. August 2007

tschüssi baba

Alle Dinge haben ihre Zeit, auch das Schreiben und Lesen in Weblogs. Alles fließt, es herrscht eben ein Kommen und Gehen auf dieser Welt und in diesem Mikrokosmos ganz besonders.
Iggy packt ihre Koffer. Das Tschapperl steht am Bahnsteig und winkt heftig. Ohne Tränen. Wegfahren heißt ja nur woanders hinfahren.

Freitag, 27. Juli 2007

sommergefühl

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Mittwoch, 25. Juli 2007

Kabelsalat

Die massive technische Aufrüstung meines Haushaltes beginnt mich zu überfordern. Letzte Woche gab es einen Camcorder und einen neuen LCD-Ferneher, gestern kam eine DigiBox für umfangreicheren Kabelfernsehempfang dazu.
Jetzt liegen im überall Verpackungen herum, zusätzlich lauter neue Kabel und Gebrauchsanleitungen. Jedes Gerät für sich wäre ja noch ganz einfach zu begreifen und in irgendeinem Easy-Modus auch schnell betreibbar. Wenn man aber die Sachen vernetzt haben will, dann - mei Liaba! - wird es kompliziert. Und in Ansätzen fast hoffnungslos.
Doch knapp bevor ich einen Wutanfall erleide und einzelne Dinge gegen die Wand werfe, da fängt plötzlich der kleine Ralph, der auch irgendwo herumliegt, zu schreien an, weil er hungrig ist oder es ihm vielleicht einfach nur langweilig zu sein scheint.
Wenn ich ihn dann aufhebe und in den Arm nehme sind die ganzen technischen Widerwärtigkeiten auf einmal so was von verschwunden wie sie nur sein können. Statt der Wut durchströmt mich plötzlich ein Wärmegefühl, statt Verzweiflung nur noch die Gewißheit, dass es wichtigere Dinge gibt, als diesen elektronischen Pallawatsch aufzulösen. Das hat Zeit für morgen oder auch übermorgen - oder irgendwann. Klingt kitschig, ist aber so!

Erkenntnis des Tages: das Kind tut mir offensichtlich gut.

Sonntag, 22. Juli 2007

Auf der sicheren seite der Bloggingsucht

37%How Addicted to Blogging Are You?

Free Online Dating from Mingle2

Gefunden bei Treibgut und sofort möglichst ehrlich durchgeführt: man weiß ja nie, wie weit die Sucht sich schon angeschlichen hat. Ich habe also noch Luft nach oben. Mein leicht hypochondrisches Gemüt ist beruhigt.

Freitag, 20. Juli 2007

Hitzige aussichten

Mein Bruder hat sich für drei Wochen in die Ägäis nach Samos zurückgezogen. Heute bekam ich eine SMS von ihm mit freundlichen Grüßen und der höflichen Anfrage, wie sich bei ihm das Wetter in den nächsten Tagen gestalten möchte: es werde ihm nämlich zunehmend heiß. Also schaue ich bei Wetteronline hinein und stelle fest, dass er in den letzten Tagen bei bestenfalls 36 Grad geschwitzt haben kann.
Unverständliches Gejammer! Der hat einen frischen Meltemi, der ihm um die Ohren bläst, das Ganze sicherlich erträglich macht und daneben noch die Ägäis, in die er schnell mal reinhüpfen kann.
Meinereiner erträgt seit Tagen Mittagstemperaturen in den mittleren Dreißigern, dazu kaum Wind und eine schwüle Luft zum Schneiden. Der kleine Ralph glaubt vermutlich schon, irgendwo knapp südlich der Sahara zur Welt gekommen zu sein und die seit jeher hitzeunbeständige Frau Mama ist seit Tagen grantig und hängt nur herum.
Die richtige Antwort wäre: wenn er damals in der Schule aufgepasst hätte, dann müsste ihm geläufig sein, dass das Mittelmeerklima im Sommer ein heißes ist.

Dienstag, 17. Juli 2007

Hierarchischer Abstieg

Die freundlichen Warner hatten recht: Nachwuchs verändert das Leben total. Irgendwie habe ich mir doch gedacht, dass die Leute diesbezüglich übertreiben. Nach wenigen Tagen läßt steht fest: sie taten es nicht. Bisher kommen ich noch ohne das Wort "leider" aus. Es macht noch zuviel Spaß.
Obwohl es schon anstrengt, auch wenn man sich ständig zu zweit um die Brut kümmern kann. Noch dazu in dieser Hitze, die uns derzeit in abgedunkelten Innenräumen gefangenhält. An einen Ausflug mit dem neuen Kinderwagen ist bei 35 Grad nicht zu denken.
Fläschchen hier, Windel da, Notwendiges einkaufen, Behördengänge erledigen, Kind waschen und oft einfach nur still betrachten, das alles ist in der Summe sehr zeitaufwändig.
Schließlich schlüpft man in die postpartale Männerrolle, nämlich an die dritte Stelle in der Familienhierarchie: zuerst kommt Ralph, dann lange nichts, schließlich die Frau Mama und dann irgendwann einmal meine Wenigkeit. Gut, dass wir keinen Hund haben, dann wäre ich sicher schon auf Platz 4 gelandet.

Samstag, 14. Juli 2007

Der Grillgestank und die rote Hose

Gestern Abend war die ganze Umgebung wieder einmal von dichten Rauchschwaden verhangen. Nach tagelangem Schlechtwetter wurden die Feuerstellen in allen Gärten wieder gleichzeitig in Betrieb genommen.
Nichts riecht besser, als bratendes Schweinefleisch auf dem eigenen Gartengriller. Nichts stört das Olfaktorium mehr, als der Grillgeruch aus Nachbars Garten. Sinnlose Speichelflußanregung!
Noch dazu, wenn man wieder einmal das eigene Gewicht reduzieren will. Vor 2 Monaten habe ich beschlossen, dass ich den kleinen Ralph mit meiner lange nicht mehr verwendeten roten Hose bekleidet aus dem Klinikum abholen werde. Irgendein Ziel muß man sich ja setzten. Das Wäschestück liegt mir am Herzen, eine Verwendung war aber ausgeschlossen. Die Gelegenheit war also da und günstig.
Dazu war eine Reduktion der Gewichtes von mindestens 7 kg erforderlich. Bis zur Geburt waren es lediglich 2,5kg entbehrungsvoller Verlust. Dann kam der Vaterstress dazu und das Tschapperl vergaß fast gänzlich auf die Nahrungsaufnahme ohne großes Hungergefühl.
Kurzum: gestern beim Heimtransport des kleinen Ralph passte das gute alte Kleidungsstück.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Entschleunigung

Ich erlebe merkwürdige und überraschend ruhige Momente, wenn ich im Krankenhaus im Lehnstuhl zurückgelehnt sitze, den (allerdings gerade nicht schreienden) Ralph auf mich lege und vor mich hindöse.
Ein nie gekannter Zustand der Ruhe und Zufriedenheit kehrt dann ein, fast wie wenn man alleine auf einem windstillen Berggipfel sitzt. Es verschwindet das Zeitgefühl, man nimmt intensiv die eigene Atmung und die des Kleinen war, seinen Geruch und die kleinen Bewegungen im Schlaf. Harmonie pur. Daneben schläft im Spitalsbett die auch noch müde Frau Mama und schaut nach hektischen Wochen recht gelöst drein.

Ein Idyll.

Am Wochenende wird sich das aber schnell ändern, wenn die beiden aus dem Klinikum nach Hause kommen. Dann kommt Freude auf und Leben in die Bude. Und ich werde geschimpft bekommen, weil ich die Hälfte der aufgetragenen Erledigungen nicht schaffen konnte oder wohl eher gar nicht betreiben wollte. Und an allen anderen möglichen Unbill werde ich dann auch schuld sein. Stillende Frauen seien nicht still, sagt man.
"Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr", sagt man auch. Wird schon stimmen.
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