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Lyrische Ader

Samstag, 7. April 2007

St. Kathrein

erst muaß´ärger werden
dann kann´s besser werden,
dann wird´s ganz aufhören,
das ist schön.

Nachkriegslyrik, gehört neulich im Nachmittagsfilm (Die Sennerin von St.K.)

Ich muß dabei immer an unwillkürlich an die Altvorderen denken. Da sind die damals ins Kino gegangen, haben sich so was zwei Stunden angeschaut, waren dann ganz gerührt, sind zufrieden nach Hause gegangen und dort haben sie dann so nette Babies wie mich gemacht.

Samstag, 27. Januar 2007

Wintermelody

Auszug aus der Tracklist meines neuen Musikhandys (51-63):

Straigthen up and fly (Robbie Williams)
Streets of Philadelphia (B. Springsteen)
Hot Stuff (Donna Summer)
Ich bin ich (Rosenstolz)
Hitmix (Münchner Freiheit)
It started with a kiss (Hot Chocolate)
It takes two (R. Steward&Tina Turner)
Eine neue Liebe (Jürgen Markus)
Last Dance (Donna Summer)
Samstag Nacht (Nicki)
Things (Robbie Williams)
Miss Sarajewo (U2)

Das ist eine zufällige Auswahl an Songs in der Originalreihenfolge, das Dutzend ab Titel Nr. 50. Nachdem ich das Handy mit einer 1 GB - Minispeicherkarte aufgerüstet hatte, musste auch Musik drauf - schließlich will man sich als Pendler in der Eisenbahn allmorgendlich nicht das Schnarchen und das übliche Gebrabbel der Mitmenschen anhören.
Die Arbeitskollegen haben sich auch dafür interessiert, drückten am Gerät ein wenig herum, fanden die Tracklist und waren über den Musikgeschmack meiner Wenigkeit höchst erstaunt: die Kommentare reichten von Bestürzung bis mitleidiger Belächelung, von Kopfschütteln bis völliger heimlicher Neuschubladisierung meiner Person.
Dabei habe ich nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich ein alter Fan von Discomusik der 70er bin. Munic-Sound, Donna Summer, BeeGees - Reminiszenzen an ein Lebensgefühl. Ein paar grottenschlechte deutsche Schlager dürfen immer auch dabeisein - ist ja mittlerweil Kult, was sich damals im ZDF bei der Hitparade so alles getummelt hat.

Ist ja alles nur für die musikalische Betäubung am frühen Morgen gedacht. Nichts weiter!

Donnerstag, 21. September 2006

Nächtliches Trompetenkonzert

48_20-1-9-06-079

Samstag, 10. Juni 2006

gstanzl 494

In diesen lauten Zeiten des Ballspielkultes und der bewegten Massen, wo die Kunst an den Rand gedrängt scheint und der Ungeist ins Gesicht weht, wird mein Bedürfnis übermächtig in diesem noch stillen Gedankengarten ein klein wenig gegenzusteuern und dem geneigten Leser volkstümliche Dichtung aus den Land vor den Alpen zu bieten mit erbaulicher selbstproduzierter Landschaftsphotograpie.
Für Unkundige der hiesigen Mundart: der Berg Traunstein steht als Metapher für den übermächtigen Eros, die Begierde, die sich nicht mehr zurückhalten lässt.

26_2-5-6-119

da traunschtoa is gschpizad
und unt is a broad
und waunst mi ned drübalost
zreiß i da pfoad


(Text: Hias Schaschko / aus: H.P. Falkner, 567 Gstanzln, Bibliothek der Provinz, Weitra)

Freitag, 14. April 2006

Der erste Ostertag

Fünf Hasen, die saßen
beisammen dicht,
es machte jeder
ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:
Die Sonn´ will nicht scheinen!
Bei so viel Regen
wie kann man da legen
den Kindern das Ei?

Oh weih, oh weih!

(Heinrich Hoffmann, 1809 bis 1894, ehemaliger Direktor der städtischen Nervenheilanstalt Frankfurt/Main - auch zuständig zB für den Struwwelpeter)

Interpretation: Sauwetter zu Ostern ist keine Erfindung unseres Jahrtausends!
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