Ortswechsel

Samstag, 20. Oktober 2007

samstagsrituale

Aufstehen, Wochenmarktbesuch, dann noch ins Kaffeehaus (oder das, was sich hier in der Provinz dafür hält), das war das Samstagvormittagsritual vor Ralph´s Erscheinen in meinem Leben.
Jetzt hänge ich von seinen Launen ab. Da ich für die Wochenendvormittagsbetreuung des Kleinen zuständig bin - die matte Mutter ruht sich aus - geht sich das nicht immer aus, was bisher üblich war. Wenn er tief schläft geht es: ab in den Kinderwagen. Wenn er munter ist, dann kann man das Haus auch verlassen. Er schläft sofort ein, wenn die Kinderwagenräder rollen.
Nur die permanente Unzufriedenheit im Halbschlaf ist hinderlich: dann kann man ihm nichts, aber auch gar nichts rechtmachen.
Heute geht das wieder so: er quengelt herum, schläft minutenwese, trinkt nicht, dann doch wieder, motzt, schreit, lächelt dann wieder schelmisch zwischendurch um gleich wiederaußerste Unzufriedenheit zur Schau zu stellen.
Dem Erzeuger gibt er damit einen trifftigen Grund, bei diesem grauslichen Schneeregen im Warmen zuhause bleiben zu können. Auch nicht schlecht!

Donnerstag, 5. April 2007

Zweites Leben

Natürlich war ich auch schon dort (ich kann ja keiner Versuchung wiederstehen und nichts Zeitgeistiges auslassen) und bin komplett gescheitert.

Ich fasse ganz einfach nicht Fuß in dieser Unwelt. Ich verdiene keine Lindendollars, finde nur mit Mühe noch ein wenig Gewand und fliege ziellos in den Inselchen und über den Stränden und Discos herum, schaue mir ein paar Sachen an, die mir süffisant zuvor schon von Spiegel-online empfohlen wurden und die Dinge übertreffen - dort einmal angekommen - die schlimmsten Befürchtungen von Banalität und Nonsense.

Sicher bin ich zu faul um die ganze erforderliche Technik zu erlernen und ich mag mich mit den Lemuren dort eigentlich gar nicht unterhalten - ich bin ein paar Mal richtig weggelaufen, wenn mich einer angesprochen hatte.
War ich an den falschen Plätzen, habe ich nichterfüllbare Erwartungen? Warum ist mir das ganze Unding sofort so unsympathisch gewesen, mit erheblichem Nichtwohlfühlfaktor?
Begreife ich es nur nicht, bin ich zu alt dafür??? Humor- und phantasielos?????

Die entscheidende Frage aber wird sein, ob ich dort Irgendetwas versäume.

Samstag, 31. März 2007

Schnellfutter

Ich bin eigentlich froh, dass hierzulande dieses Produkt nicht an jeder Straßenecke angeboten wird. Die Thüringer Rostbratwurst, ein genialer Snack. Ich konnte letzte Woche in Berlin oft nur mit Mühe an den mehr oder weniger mobilen Verkaufsstellen vorbeigehen - schließlich zählt man ja seine Kalorien rauf und runter.

Berlin-3-2007-039

So eine würzige, leichte und im Brötchen genial verpackte Köstlichkeit, noch dazu auf Holzkohle gegrillt, sucht man hierzulande vergeblich. Ab 1€ ist sie noch dazu unschlagbar günstig zu beziehen.
Da kommt kein Hotdog mit (nicht einmal mit Sauerkrautfüllung), eine Bosna schon gar nicht, sogar Leberkäsesemmeln sehen dagegen irgendwie alt aus.

Montag, 26. März 2007

Kleine Odyssee

Gestern 12h30, Flughafen Berlin Tegel.

Tschapperl schleppte nach ein paar herrlichen Tagen in Berlin sein Köfferchen in die Abflughalle und suchte seinen Flug auf der Anzeigentafel.
Nichts.
Das heißt: sehr viele Destinationen. Nur "Salzburg" stand nicht drauf. Richtiger Tag, richtige Uhrzeit???
Schnell zum Schalter von TUI Fly, dort standen schon ähnlich Problembeladene herum.
Ein blasser Jüngling der Airline entschuldigte sich für die Änderung der Flugzeiten, vor ein paar Tagen sei eine e-Mail ergangen (nur waren da schon alle - inklusive Tschapperl - halt in Berlin). Solche Änderungen kämen selten vor, aber leider, leider, ... .
Es hat doch was auf sich mit den empfohlenen Flugzeitbestätigungen.
Manche ärgerten sich hörbar, ich nicht. Was änderte das an der Situation? Man wird wirklich ruhiger mit dem Alter! Die angebotene Lösung: ab Hamburg am Abend ginge es noch.

Flughafen Hamburg. Sonntag 19:40.

Ich saß also doch noch im Flieger nach Hause. Und eigentlich habe ich zuvor einen wirklich schönen ungeplanten Ausflug gemacht. Ich bin Eisenbahnfan und für einen solchen ist eine ICE-Fahrt wirklich jedes Mal ein Erlebnis der besonderen Art, besonders wenn man Tempo und Service der heimischen Bundesbahn täglich ertragen muß. Zudem fehlte mir die Norddeutsche Tiefebene noch auf meiner eigenen Landkarte und 270 Kilometer vergehen bei 230 km/h fast wie im Fluge (sic!). Ich schaue mir gerne unbekannte Gegenden an, und wo bekommt man innerhalb von eineinhalb Stunden soviele Eindrücke bequem geboten.
In Hamburg ist sich dann noch eine längere Rast in der Sonne in einem Schanigarten vor dem Bahnhof ausgegangen und der Entschluß reifte sich nächstens vielleicht überhaupt ein paar Tage hierher zu begeben - sicherheitshalber vielleicht mit der DB.

Endlich Heimatdorf, 23:00

Eigentlich sollte ich schon seit sechs Stunden zu Hause sein, aber alles in allem war es doch ein erlebnisreicher Tag.
Ich bin der TUI nicht böse!

Mittwoch, 7. März 2007

Endlich Berliner Luft

Zwei Jahre hat es gedauert, in zwei Wochen ist es wieder soweit. Ich packe mein Köfferchen und fliege ein paar Tage an die Spree. Was ist mir diese Stadt nicht abgegangen seither! Ein wenig Sehnsucht war jedesmal dabei, wenn ich im Fernsehen wieder ein paar Bilder gesehen habe.
Ich weiß eigentlich gar nicht was mich dort so anzieht, aber irgendwie schwingt Berlin mit meiner Wellenlänge.

Ewig schade nur, dass Paraflyer sein jüngstes Bloggermeeting zwei Wochen zu früh veranstaltet hat. Das wäre noch das Sahnehäubchen gewesen.
Aber man kann nicht alles haben!

Sonntag, 25. Februar 2007

Shutdown Day

shuotdown
Habe ich heute im Standard gelesen. Endlich wird ein onlinefreier Tag organisiert.
Tschapperl macht begeistert mit.
Schmerzen und Verzicht passen gut in die Fastenzeit.
Außerdem bin ich am 24.3. auf Reisen in Berlin (ohne mein Notebook).

Freitag, 23. Juni 2006

Irische erkenntnisse

Oberflächliche Nachbetrachtung einer kurzen Irlandreise durch den Südosten der Insel zwischen Dublin und Cork:

Das Wetter: naja. Wenn Iren einem den ganzen Tag versichern, dass heute "Lovely weather" herrsche, dann ist das ein schlechtes Zeichen. Schön ist relativ und bezeichnet dort einen Tag ohne Regen - und der kommt dann bald mit Sicherheit. Aber immer als ein feiner Sprühregen, nicht das Geklatsche riesiger Regentropfen wie hier. Dafür aber mit dem Wind von der Seite, ganz trocken bleibt daher man selten.
Der Pub: das zweite Wohnzimmer. Scheinbar immer gut besucht, merkwürdigerweise auch unter der Woche, gelegentlich mit toller Livemusik. Ein Platz zum Aushalten.
Das Frühstück: bemerkenswert in Umfang und Zusammenstellung. Der "White and Black Pudding" entpuppten sich allerdings nicht als cremige dessertartige Gaumenfreude sondern als gebratene Leber- beziehungsweise Blutwurstscheibe.
Die Schafe: äußerst zahlreich anzutreffen auf der Weide, merkwürdigerweise aber nicht auf dem Speiseteller.
Das Autofahren: Linksverkehr. Katastrophal die ersten Kilometer, ab dem zweiten Tag wird es besser, nach einer Woche ist links der Normalfall.
Die Menschen: aufmerksam, freundlich, phantastisch verständliches Englisch sprechend. Noch mehr Übergewichtige als zuhause. Wenn man einheimische Zeitungen liest und fernsieht weiß man warum: die Nahrungsaufnahme nimmt breiten Platz ein, ein gesellschaftliches Hauptthema offensichtlich. Und ganz allgemein eine optimistische Gesellschaft, irgendwie viele Kinder zu sehen. Kein Klein-Istanbul-Aspekt wie in den heimischen Straßen. Dafür hört man viel polnisch.
Mittsommer: es bleibt die Nacht über leicht hell am nördlichen Horizont um diese Zeit. Immer wieder eine erstaunliche Erfahrung für südlichere Erdbewohner.
WM-freie Zone? Nein, Pubs sind derzeit eher Fernsehstuben.
Die alten Steine: reichlich vorhanden.



Wenn nichts anderes mehr geht: man kann dorthin auswandern - empfehlenswert!

Dienstag, 13. Juni 2006

Wieder ein Fleck weg

Ein weiterer weißer Fleck auf Tschapperls Landkarte wird getilgt. Am Donnerstag geht es nach Irland. Nach und nach müssen jetzt jene Billigflugtickets verflogen werden, die ich mir an den langen Wintertagen beim Surfen eingehandelt habe.
"Schau an, jetzt ab Salzburg nach Dublin.", "Ist wirklich nicht teuer!", "Warum eigentlich nicht?", "Was soll ich schon wieder in der Türkei?", "War eh noch nie in Irland", ... . Solche und ähnliche winterliche Erkenntnisse und Gedanken verführen in der kalten tristen Jahreszeit dazu, sich im Sommer wieder einmal auf Wanderung zu begeben und die Fahrkarte war dann nur einen Mausklick entfernt.
Je mehr alte CD´s mit irischer Musik ich in diesen Tagen höre desto größer wird jetzt die Vorfreude. Und dann tauchen wieder die längst gelesenen Bücher im Regal auf, allen voran Flenn O´Brians "Irischer Lebenslauf". Ab in den Koffer damit - Lektüre am Originalschauplatz, das hat was!
Interessant wird vor allem das Autofahren: Linksverkehr! Man beschimpft also die Beifahrerin auf der ungewohnten Seite und überholt dort, wo man zuhause leider nicht darf, nämlich rechts. Und im Kreisverkehr beginnt dann wahrscheinlich alles zu rotieren. Wenn das mal gut geht!
Der Regen soll dort ebenfalls so gut wie zuhause sein. Aber das macht wenig aus, im Land vor den Alpen wird es langsam eh zu heiß.
Die Iren sind sangesfroh und trinkfest, das Land ist grün und die Pubs schließen bald (?). Und die Dortgewesenen schwärmen vom Breakfast - einer Mahlzeit, die ich eigentlich aus meinem Tagesplan längst gestrichen habe.
Gelesen habe ich noch: die Iren schauen gerne Fußball, nur diesmal halt nicht weil sie nicht dabei sind und freuen sich schon darauf wenn die Deutschen dann die Engländer nach Hause schicken werden - fast WM-freie Zone also.

Bin schon neugierig was von den Vorstellungen und Klischees hält.

Donnerstag, 8. Juni 2006

Narrensommer

Stell´ dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.
Alte Wunschvorstellung eines gerade nicht benennbaren Literaten. Brecht? Egal, vergessen.
Es gibt so viele Gelegenheiten irgendwo nicht hinzugehen, gerade in diesen Tagen. Oder wegzuschauen. Wegzuhören.
Der Zaun steht, hoffentlich ist er hoch genug. Die Sirenen werden unerträglich laut, ab in den Bunker. Türe zu!

Sonntag, 4. Juni 2006

Strand in Galicien

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Letzten Dienstag am Atlantik: der Binnenländer wagte sich weit hinaus.
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