Ich bin Chaosproduzent.
Räume nur gelegentlich auf, und wenn dann mit großen Plänen, anfänglichem Eifer und einer weltabgewandten Ausschließlichkeit. Dann fällt mein Auge auf einzuordnende geliebte Gegenstände und das Problem wird übermächtig, nicht mehr lösbar für mich: wohin damit, wegwerfen, nein, eigentlich nicht, aber wo passt es dazu? Immer mehr Dinge liegen verstreut um mich und klagen an - wollen wieder zurück in ihre bisherige Verstauung und Ordnung und nicht hier liegengelasssen werden im neuen Stapel. Dann fehlt etwas, Platz in einer Lade, einem Ordner oder überhaupt ein Raum in meinem Dasein wo ich etwas einordnen könnte. Und die Sache geht schief, bleibt liegengelassen, schlimmer als zuvor.
Im neuen Chaos findet man sich nicht sofort zurecht, kann man auch nicht. Denn auch in der alten Ordnung wußte ich immer nur ungefähr, wo etwas zu finden war, das aber mit Instinkt und einer großen Erfolgschance auf Suchtreffer.
Wirklich schlimm wird es dann aber erst, wenn andere beginnen mir beim Ordnungmachen helfen zu wollen, mir Vorwürfe machen, so wie "wenn du schon bisher..." - das gibt mir dann den Rest.
Ich gebe auf. Mein Leben ist wie dieses Weblog - eben gut gemeint, chaotisch halt eben konfus. Aber auch die Unordnung ist eine Art Ordnung.
Und wenn ich dann über das Scheitern der Physik bei den Strings, die dahinter nicht findbaren Naturgesetze und das theoretische Auftauchen der neuerdings vielen vielen vermuteten Universen lese, dann belächle ich meinen Kosmos der da irgendwo größenmäßig dazwischenliegt mit zunehmender Behaglichkeit.
Ich räume heute nichts mehr auf und morgen auch nicht!
tschapperl - 28. Jan, 14:34
Es geht nichts weiter. Kälte lähmt das Land oder ist es doch nur meine Wahrnehmung, die betroffen scheint. Wieder ein Geburtstag nächste Woche und die Zeit scheint irgendwie stillzustehen. Bestenfalls am zunehmenden Haarverlust zeigt sich der Ablauf der Zeit - der Blick in den Spiegel verrät nichts, denn so genau will man dann ja doch nicht hinschauen. Es geht weder bergauf noch bergab aber auch nicht im Kreis.
Keine Urlaubsplanung, keine Steuererklärung, keine Entscheidung für oder gegen Nachwuchs - viele ungelesene Bücher von Weihnachten, dafür Müdigkeit und Nachmittagsschlaf ohne Ende: das Leben tröpfelt dahin, nichts fließt.
tschapperl - 25. Jan, 23:26
Frisch aus dem Waldviertler Waldboden.
tschapperl - 22. Jan, 01:47
Alles ist im werden und wenn es ewig dauerd. Da ist die Kathedrale in Barcelona wahrscheinlich eher fertig als dieses Weblog - obwohl an großen sakralen Gebäuden immer herumgewerkt werden muß. Der Vergleich ist eine Anmaßung - aber dieses bescheidene Tagebüchlein braucht eben Vorbilder denen es auch nicht besser geht.
Eine Linie zieht sich noch nicht durch - aber warum sollte ein Weblog anders aussehen als die Wohnung oder das Leben des Autors.
Immerhin: heute gelang mir etwas für andere wahrscheinlich Banales: endlich Links zu anderen Weblogs so anzulegen, dass sie auch funktionieren. Jetzt kann ich halt mit nur einem Klick den bemerkenswerten Laden von Frau Sainphalle betreten ohne die Favoritenliste bemühen zu müssen.
Und ein weiterer Schritt ist gelungen - ich hätte mir das vor ein paar Minuten nicht träumen lassen; ich habe einen Counter angebracht! Ich habe keine Ahnung von html und habe so etwas noch nie gemacht. Ganz allein, offensichtlich an der richtigen Stelle wo ich ihn haben wollte. Es ist also etwas dran an der Geschichte mit den blinden Hühneren.
tschapperl - 22. Jan, 01:04
Wettkämpf im Schnee - ein und dasselbe Dahergerenne oder Gefahre auf Schnee ocder Eis, mal mit einem oder 2 Männchen respektive Weibchen, mal über einen Kilometer, dann über zwei oder über fünf, Pisten mit wenig oder vielen Fähnchen und verschieden große Sprunghügel - letztere wenigstens ohne hüpfende Weibchen. Verschärft wird der Krampf durch die sich überschlagenden Stimmen bezahlter Marktschreier und noch höher bezahlter ehemaliger Laufender, Hüpfender und Schießender.
Zuhause tangiert es mich nicht, niemand zwingt mich auf der Höhe der kalten Zeit zu sein.
Vor genau vier Jahren war das anders: Olympia im Amiland - ich im Krankenhaus. Mein Freund neben mir schaut sich das ganze im Fernsehen an - den ganzen Tag und am Abend auch noch, dank der Zeitverschiebung. Kaum richtig genesen sieht man zu, schaut hinauf zum kleinen Bildschirm unter der Zimmerdecke und staunt was man im Schnee so alles treiben kann. Irgenwann hört man auch damit auf und starrt nur mehr lethargisch hin und hat genug davon fürs Leben konsumiert.
Und das ZDF blendet schon wieder bei jeder Gelegenheit auf dem Schirm ein dass man zum nächsten Ereignis nur mehr 20 Tage warten müsse. Ist das jetzt wirklich schon wieder vier Jahre her?
Eine ganze Olympiade vorbei und alles gut gegangen - hat damals nicht so ausgeschaut dass der Fels sich beruhigt. Supra hanc petram ... Man kann immer draufbauen - größer und schöner.
tschapperl - 21. Jan, 23:15
Ich bin in den Zug gestiegen. Nach Kärnten im Winter bin ich gefahren und lange Zeit nicht wiedergekommen, damals vor einigen Jahren. Ziemlich fertig und fast am Ende - vor Jahrhunderten hätte ich die Alpenüberquerung wohl nicht geschafft, eine lausige Wirtschaft wäre der Endpunkt gewesen. Man hat mich geschickt und ich habe es auch gewollt, manchmal hat man keinen Ausweg.
Einen Tag streunte ich noch herum, dann klopfte ich an. Ich sollte hierbleiben, wollte nicht und es war doch unabwendbar. Verzweiflung und doch Hoffnung. Ein Gefühl in der Welt herumzuschweben und hinter einem selbst herzufliegen. Und die ganze Hilflosigkeit erst, wenn man selbst nichts mehr bewegen oder beitragen kann - das stand am Beginn.
Ein warmer Ort, viele Menschen, schlimme Tage - der Geist wich schließlich aus mir, wir haben ihn vertrieben. Er hat sich tagelang festgehalten - dann war er fort, aber immer noch lauernd stand er am Zaun. Wir haben ihn verscheucht, dann war er weg. Nur ist er noch immer irgenwo in der Nähe, man riecht ihn, spürt ihn und doch kommt er nicht an mich heran.
Ein Winter ohne Schnee im Süden. Narrentreiben in der Sonne. Nur langsam nahm mich das Leben wieder auf.
Wieder bin ich mit der Bahn gefahren - in ein neues Leben. Dann bin ich angekommen zuhause: die Heimat war weiß, grau und kalt, aber das Frühjahr nicht mehr weit.
Ein Felsen schwankt im Erbeben, fällt aber nicht um.
tschapperl - 15. Jan, 16:53
Irgendentwas scheinen fast alle sich aufzuschreiben, besonders die sensibleren Naturen. In der üblichen Diskussionsrunde geben das 4 gleich zu. Hat mich wirklich verwundert, ich denke immer wer denn soll das Alles lesen?
Dann oute ich mich auch: ich führe ein Weblog. Alle schauen mich an, keiner weiß was das ist. Sie sitzen zwar den ganzen Tag im Büro an PCs und zuhause wohl auch ein wenig, aber das haben sie noch nie gehört. Also erkläre ich es in 2 Minuten. Verstanden hat es sicher keiner.
Wie auch! Als ich vor 2 Jahren etwas über "Blogger de" gelesen habe hat mich das interessiert, ich habe es heruntergeladen, installiert und es schmückte dann meine Taskleiste. Ich habe den Sinn nicht verstanden und die Sache wieder vergessen. Jetzt bemühe ich mich und kämpfe tapfer mit der Technik, zuletzt bei "myblog.de" und jetzt eben hier. Jetzt halten sie mich wieder für den Snob da ich erklärt habe, dass ich mein Tagebücherl dem gesamten vernetzten Erdkreis zur Verfügung stelle. Die probieren das jetzt vielleicht auszugoogeln, aber: ach wie gut dass niemand wei?, dass ich Tschapperl heiß! Und da freue ich mich ganz narrisch und sehe mich schon ums nächtliche Feuer tanzen - wie weiland der Zwerg im Märchenwald.
Wie ich dazu gekommen bin wollten sie noch wissen. Durch das lesen anderer Tagebücher und 2 bis 3 Personen mit denen man schon ganz einfach heimlich mitlebt. Jetzt bin ich in ihren Augen also auch noch eine Art kleiner Voyeur. Aber das sind wir ja schließlich alle.
tschapperl - 15. Jan, 11:45
Kommen um zu bleiben. Endlich wieder hereingefunden.
tschapperl - 14. Jan, 23:59
Ich stehe vor Twoday´s Pforte wie bei der biblischen Herbergssuche und es wird nicht aufgemacht. Man klopft, läutet, nichts.
Stell dir vor: man hat eine Türe und einen Schlüssel. Alles stimmt, Zimmernummer, Schlüsselnummer und man kommt nicht hinein: der Zorn steigt ins Unendliche, man postet irgendwie seinen Wutanfall ins Tagebüchlein weil man plötzlich doch drinnen ist und auch wieder nicht, beim nächsten Schritt wird man schon wieder nicht erkannt, so heute - nein - bereits schon gestern nachmittag.
Und die schlechte Laune steigt - obwohl es keinen Grund gibt - ausser dass man weiß, dass 300 Meter über einem der schönste Tag ist. Wieder einmal einer dieser Hochnebeltage im Land vor den Alpen. Dabei wären es nur 40 Kilometer mit dem Auto in die Sonne - nur sind halt die Tage noch so kurz und eigentlich ist es ja ganz schön und warm zuhause. Und müde ist man sowieso. Bei
http://www.oberoesterreich.at/webcams/ kann man sich vergewissern dass A.A. im Nachbarort auch im Nebel sitzt. Wenn ich jetzt nur ein kleines Satellitenbildchen hierher zaubern könnte - haben tät ich es schon, nur technisch bin ich noch nicht soweit.
Überhaupt die dauernden Mißempfindungen: es gibt keinen Grund für depressives Gemurmel: in 6 Wochen wachsen die ersten Schneeglöckchen und Krokusse.
tschapperl - 8. Jan, 00:56
Was mache ich falsch dass ich mich nie anmelden kann.Immer BN/PW eingetippselt, nie komme ich rein. Vielleicht jetzt mit gespeicherter Seite für neuen Eintrag?
tschapperl - 7. Jan, 15:00
Habe mich schon ein wenig gefürchtet, dass wieder einmal ein Film mich enttäuscht oder die Bilder, die ich mir während der Buchlektüre erschaffen habe zerstört. Heute war es anders: habe den Streifen "Der menschliche Makel" (The Human Stain) nach dem Buch von Philip Roth angeschaut. Hier waren alle Bilder, Landschaften und Requisiten so wie ich es mir ausgemalt hatte. Auch die Farben und Jahreszeiten und ganz besonders die Szene am See in den Hügeln zum Schluss. Steena hätte ich so gemalt.
Antony Hopkins hat natürlich nicht hineingepasst und Nicole Kidman war etwas zu klein und viel zu hübsch und zu mager aber in der Interpretation dafür genial. Und der Ex-Mann schien für meine Begriffe zu wenig verwahrlost. Aber alles andere: Respekt! Wie die Story kurzgefasst wurde und nur die unvermeidlichen Liebesszenen zu gewichtet wurden. So bewegt man sich im Fernsehen im eigenen Gemälde.
Wenn nur das Thema des Alterns nicht so betroffen machen würde.
Dafür die letzte Rauhnacht heute morgen auch überstanden! Wieder mal fast davongekommen.
tschapperl - 6. Jan, 00:39
Social-Software kann dich killen. Du schreibst eine halbe Stunde, drückst auf den falschen Knopf und weg ist es: über einen Traum, einen Film über Südkreta und ganz viel Erinnerung. Ich bin mir viel wert dass ich mich hier so um mich bemühe.
Ganz ernster zornroter Smilie.
tschapperl - 4. Jan, 21:52
Ich mag Schneeschaufeln nicht. Soweit man ihn schiebt, soweit hat man ihn. Bei mir kommt er nie recht weit - gerade soviel, dass unsinigen Gesetzen zur Trottoirsäuberung genüge getan wird und kein Patscherter vor meinem Haus ausrutscht.
Schneefall ist etwas schönes, viel Schnee hat einen Anflug von Anarchie, besonders wenn er alle zu stören beginnt. Wünsche mir daher zu den 30cm nochmals 20!
tschapperl - 3. Jan, 23:36
Fällt heute. Und dann wieder Regen.
20CMB06 waren da. Feuchtes Schauspiel.
In der ORF-Skichallenge gerade mal einen Platz 24000-plus irgendwas geschafft.
Es passiert nichts. Irgendwie erwartet man vom Neuen Jahr etwas - und nichts kommt. Gewicht bleibt bei 91,8kg - alles bleibt nur.
Das Jahr hat schon so seltsam begonnen: 2 Minuten nach Mitternacht plötzlich Eisregen, kaum dass die Raketchen anzuzünden waren.
tschapperl - 2. Jan, 18:29
Eigentlich habe ich keinen gehabt.
Jetzt am Ende des Tages kommt doch einer daher: regelmäßige Einträge und vielleicht eines Tages ein paar Interessierte für dieses Werk.
Wenn da nur nicht die Technik noch dazwischenstehen würde. Immerhin: ein Bildchen habe ich schon hereingebracht - war ja nicht gar so schwer, selbst für ein Nachkriegskind im weitesten Sinne wie mich.
"Tonight´s the night" singt Rod Steward gerade im Hintergrund. Ein guter Start!
tschapperl - 1. Jan, 20:47
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