Manchmal macht auch das Baby Pause - will sagen, es schläft. Wie jetzt gerade. Ich kämpfe dafür mit Notebook und externer Festplatte um die ganzen Photos und Videos vom kleinen anderweitig zu speichen, da mein Tischgerät immer bis zum letzten Gigabyte angefüllt wird und immer öfters "TILT" macht.
2 Quadratmeter Küchentisch, darauf stapelweise DVD´s, eine babylonische Kabelverwirrung, Popscherlsalben, Colaglas, Wickelauflage und alles, was die Firma Pampers so an Produkten anbietet. Daneben ein seit Wochen halbgelesenes Buch ("Späte Familie" von Frau Shalev - vielleicht ein Ausweg, den sie da anzeigt, aber ich habe es noch nicht ausgelesen und kenne das vielleicht schlimme Ende noch nicht). Kein Zentimeter Platz mehr.
Es schaut aus dass einer Sau grausen möchte.
tschapperl - 24. Nov, 17:46
Aufstehen, Wochenmarktbesuch, dann noch ins Kaffeehaus (oder das, was sich hier in der Provinz dafür hält), das war das Samstagvormittagsritual vor Ralph´s Erscheinen in meinem Leben.
Jetzt hänge ich von seinen Launen ab. Da ich für die Wochenendvormittagsbetreuung des Kleinen zuständig bin - die matte Mutter ruht sich aus - geht sich das nicht immer aus, was bisher üblich war. Wenn er tief schläft geht es: ab in den Kinderwagen. Wenn er munter ist, dann kann man das Haus auch verlassen. Er schläft sofort ein, wenn die Kinderwagenräder rollen.
Nur die permanente Unzufriedenheit im Halbschlaf ist hinderlich: dann kann man ihm nichts, aber auch gar nichts rechtmachen.
Heute geht das wieder so: er quengelt herum, schläft minutenwese, trinkt nicht, dann doch wieder, motzt, schreit, lächelt dann wieder schelmisch zwischendurch um gleich wiederaußerste Unzufriedenheit zur Schau zu stellen.
Dem Erzeuger gibt er damit einen trifftigen Grund, bei diesem grauslichen Schneeregen im Warmen zuhause bleiben zu können. Auch nicht schlecht!
tschapperl - 20. Okt, 11:50
Einen Sohn zeugen, ein Bäumchen pflanzen und ein Haus bauen. Drei Dinge, auf die ein Mann am Sterbebett zurückblicken können sollte, sagt man ... . So eine Art Mindestpensum, das zu erfüllen wäre.
Nun ja: ersters habe ich vor ziemlich genau einem Jahr erledigt, Bäumchen habe ich schon so manche in die Erde gesteckt - fehlt also nur noch das Haus. Das ist jetzt im Frühjahr dran.
Tschapperl nennt jetzt ein herrliches Stück Land sein eigen und wird darauf eine Bleibe für Weib und Kind hinstellen, die alte Hütte hat ihre Kapazitätsgrenzen erreicht und wird endgültig zu klein, wenn sich fortan drei Personen um den Platz raufen müssen.
Das hat Folgen für andere Freizeitbeschäftigungen: langsam mutiere ich vom Leser schöngeistiger oder prickelnd erotischer Weblogs zum staunenden Betrachter von Häuselbauertagebüchern, die man in Blogform zuhauf finden kann. Dort spielen sich die waren Dramen ab: Freude und Leid, Schönwetter und Überschwemmungen, Hangrutsche, üble Handwerksgesellen und herkulesartiges Baupersonal, gierige Banker, vertrottelte Behördenfuzzis, alle Abgründe in den Seelen und auf den Baugründen werden ausgeleuchtet - die Adresse "Hinterholz 8" gibt es scheinbar wirklich.
Also neben der Kindererziehung beginne ich schnell noch ein zweites Abenteur. Klar doch, sonst könnte es ja glatt etwas langweilig werden!
tschapperl - 13. Okt, 14:46
Der nächste Grabhügel: die wunderbare Frau
Saintphalle hat ihren Kramladen geschlossen. Noch ein bißchen Ausverkauf für die Stammkundschaft und dann die Läden dicht.
Was habe ich in den vergeangenen beiden Jahren dort nicht viel und gerne gelesen, gelernt, mitgefühlt und gestaunt!
Aber was soll´s, sie wird die gewonnene Zeit sicher gut verwenden. Das denke ich mir jedesmal, wenn ein liebgewordenes Weblog schließt. Aber in diesen Fall tut es doch ein wenig mehr weh.
tschapperl - 15. Sep, 09:00
... bin ich nur mehr zu meinem Kleinen. Und zu ein paar anderen Menschen, die sich die Übellaunigkeit nicht unbedingt verdient haben. Und zu seiner Mamma - wenn sie mich gerade nicht nervt. Ich in müde, aber dabei sehr umtriebig. Früher war das genau umgekehrt.
Morgen kommt der Pfarrer ins Haus, zu einem Vorgespräch wegen der Taufe. Da werde ich mich zusammenreissen müssen und auf nett machen.
Irgendwie schlafe ich zu wenig - das wird´s sein!
tschapperl - 10. Sep, 20:31
Heuer kommt sie bald, die Kälte. Jeden Tag sinkt die Raumtemperatur, heute unterschreiten wir die 20-Grad-Marke im Wohnzimmer. Ich wäre ja nicht so ein Weichei, dass ich die nächsten Tage nicht mit dem Pullover durchhalten könnte, aber Ralph ist ein Sommerkind und wird Eiszapfen im Kinderzimmer nicht goutieren. Und ein unzufriedener Säugling gibt dir Gas und treibt dich vor sich her.
Da verbrennen wir lieber ein paar Kubikmeter Erdgas mehr, die Atmosphäre wird´s aushalten.
tschapperl - 4. Sep, 20:06
Mit dem heutigen ersten kühleren Regentag ist der Sommer wohl vorbei. Schön war er, nicht nur wettermäßig. Auch wenn jetzt ein paar Altweibersommertage irgendwann noch auftauchen und das Alpenvorland immer wieder im Herbst für warme föhnige Tage gut ist: das war es!
Und die am schnellsten vergangene Zeit meines bisherigen Daseins war es auch: die Beschleunigung aller Tagesabschnitte ist bemerkenswert, seit der kleine Ralph auf der Welt ist.
Der Schlaf wird kürzer, traumreicher und bleierner. Der Morgen vergeht, die Eisenbahnfahrt in die Arbeit verkürzt sich auf rätselhafte Weise, die berufliche Tätigkeit vergeht im Fluge, die Gedanken sind zum Teil nach Hause zurückgeeilt. Dann Beschäftigung mit dem Kindchen, wenn es munter ist oder Betrachtung Desselbigen wenn es gerade schläft, dazwischen schnell etwas essen, wenig fernsehen, schnell ein paar Seiten in einem Buch gelesen, wieder ein Fläschchen, ein halbes Stündlein im Internet gesurft und schon längst ist es finster geworden und dann rasch ins Bett.
Reinhard Mey hat recht: "Keine ruhige Minute ist mehr für mich drin".
tschapperl - 29. Aug, 17:42
Vor mehr als fünf Jahren war das Leben nicht gerade einfach für mich. Eine große Krise war eben halb durchgestanden. Doch gerade zu dem Zeitpunkt, als es eigentlich wieder aufwärts gehen sollte, wurde ich in der Arbeit massivst ausgebremst.
Drei Mitmenschen taten sich dabei besonders hervor, wobei der eigentliche Grund für diesen Übereifer für mich immer rätselhaft blieb. War es von weiter oben befohlenes Mobbing oder nur schlichter Übereifer? War es die gelegentliche Lust des Menschen auf den noch zu treten, der schon am Boden liegt? Ich habe sie nicht gefragt - das ist nie meine Art gewesen, Böses mir auch noch erklären zu lassen, für das ich weit und breit keinen Auslöser finden kann.
Eine asiatische Weisheit erklärt, dass man aber nur lange genug am Ufer des Flusses zu sitzen bräuchte, um eines Tages die Leichen der Feinde vorbeitreiben zu sehen. Das half mir damals wirklich weiter, obwohl ich mich eigentlich schon selbst ins Meer gespült sah und die Anderen noch nicht einmal ins Wasser geplumst waren.
So schlimm kam es dann doch nicht, dass Kadaver herumschwammen: aber immerhin hatte das Schicksal schon noch ein paar Giftpfeilchen im Köcher. Eine bekam ein massiv behindertes Kind, die andere Sekkantin Brustkrebs. Ich bin ja fast erschrocken darüber, wie schnell sich das Blatt und das Glück wenden kann - und sollte ich denen auch damals kurz alles Mögliche an den Hals gewünscht haben - diese Schicksalsschläge waren sicher nicht dabei! Ausrutschen ja, aber nicht liegenbleiben.
Dass der Hauptverursacher meiner damaligen Schwierigkeiten bislang noch nicht vom Blitz getroffen wurde freut mich ebenfalls. Aber dass sich bei ihm als extremen Hobbysportler bei einer seiner vielen Herumhoppsereien neulich das Kreuzband verabschiedet hat .... . Naja, ich senke die Flagge deshalb nicht auf Halbmast.
Und wenn es schon passieren mußte: hoffentlich hat es laut geschnalzt!
tschapperl - 19. Aug, 12:11
Der kleine Ralph nimmt zu. Nach etwas untergewichtigem Start blinzelt er jetzt schon aus einem ganz schön fülligem Gesichtchen in die Welt. Im hiesigen Dialekt fällt er bald in die "Bratlpappat"-Kategorie.
Sie bezeichnet ein dickes fettverschmiertes Gesicht (= Papp´n) infolge häufigem Schweinebratenkonsums.
tschapperl - 13. Aug, 22:36
Alle Dinge haben ihre Zeit, auch das Schreiben und Lesen in Weblogs. Alles fließt, es herrscht eben ein Kommen und Gehen auf dieser Welt und in diesem Mikrokosmos ganz besonders.
Iggy packt ihre Koffer. Das Tschapperl steht am Bahnsteig und winkt heftig. Ohne Tränen. Wegfahren heißt ja nur woanders hinfahren.
tschapperl - 3. Aug, 07:30
tschapperl - 27. Jul, 14:47
Die massive technische Aufrüstung meines Haushaltes beginnt mich zu überfordern. Letzte Woche gab es einen Camcorder und einen neuen LCD-Ferneher, gestern kam eine DigiBox für umfangreicheren Kabelfernsehempfang dazu.
Jetzt liegen im überall Verpackungen herum, zusätzlich lauter neue Kabel und Gebrauchsanleitungen. Jedes Gerät für sich wäre ja noch ganz einfach zu begreifen und in irgendeinem Easy-Modus auch schnell betreibbar. Wenn man aber die Sachen vernetzt haben will, dann - mei Liaba! - wird es kompliziert. Und in Ansätzen fast hoffnungslos.
Doch knapp bevor ich einen Wutanfall erleide und einzelne Dinge gegen die Wand werfe, da fängt plötzlich der kleine Ralph, der auch irgendwo herumliegt, zu schreien an, weil er hungrig ist oder es ihm vielleicht einfach nur langweilig zu sein scheint.
Wenn ich ihn dann aufhebe und in den Arm nehme sind die ganzen technischen Widerwärtigkeiten auf einmal so was von verschwunden wie sie nur sein können. Statt der Wut durchströmt mich plötzlich ein Wärmegefühl, statt Verzweiflung nur noch die Gewißheit, dass es wichtigere Dinge gibt, als diesen elektronischen Pallawatsch aufzulösen. Das hat Zeit für morgen oder auch übermorgen - oder irgendwann. Klingt kitschig, ist aber so!
Erkenntnis des Tages: das Kind tut mir offensichtlich gut.
tschapperl - 25. Jul, 23:27
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Gefunden bei
Treibgut und sofort möglichst ehrlich durchgeführt: man weiß ja nie, wie weit die Sucht sich schon angeschlichen hat. Ich habe also noch Luft nach oben. Mein leicht hypochondrisches Gemüt ist beruhigt.
tschapperl - 22. Jul, 19:00
Mein Bruder hat sich für drei Wochen in die Ägäis nach Samos zurückgezogen. Heute bekam ich eine SMS von ihm mit freundlichen Grüßen und der höflichen Anfrage, wie sich bei ihm das Wetter in den nächsten Tagen gestalten möchte: es werde ihm nämlich zunehmend heiß. Also schaue ich bei
Wetteronline hinein und stelle fest, dass er in den letzten Tagen bei bestenfalls 36 Grad geschwitzt haben kann.
Unverständliches Gejammer! Der hat einen frischen Meltemi, der ihm um die Ohren bläst, das Ganze sicherlich erträglich macht und daneben noch die Ägäis, in die er schnell mal reinhüpfen kann.
Meinereiner erträgt seit Tagen Mittagstemperaturen in den mittleren
Dreißigern, dazu kaum Wind und eine schwüle Luft zum Schneiden. Der kleine Ralph glaubt vermutlich schon, irgendwo knapp südlich der Sahara zur Welt gekommen zu sein und die seit jeher hitzeunbeständige Frau Mama ist seit Tagen grantig und hängt nur herum.
Die richtige Antwort wäre: wenn er damals in der Schule aufgepasst hätte, dann müsste ihm geläufig sein, dass das Mittelmeerklima im Sommer ein heißes ist.
tschapperl - 20. Jul, 11:40
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