Ich mag ihn nicht, den Sonntag. Und schon gar nicht leiden kann ich diesen Tag wenn es kalt ist wie heute, windig und regnet. Irgendwie habe ich mir diese Abneigung schon als Kind verinnerlicht und werde sie nicht mehr los. Nein falsch: wahrscheinlich pflege ich sie sogar.
Ich konnte den Tag schon früher nicht leiden: leblose Straßen, Freunde schlecht erreichbar, die Familie saß zuhause herum und ging sich auf die Nerven. Die schrecklichen Besuche, die über uns herfielen oder die Onkel und Tanten und andere schrecklich langweilige und nervtötende Bekannte meiner Eltern, die wir Kinder im Schlepptau der Erzeuger mitbesuchen mussten. Brav sein, nett sein, spielen mit fremden Kindern, die wir nicht mochten und die uns umgekehrt genauso wenig ins Herz geschlossen hatten.
Im Gasthaus waren zu viele Leute und man musste ewig warten, im Winter waren die Schipisten voll und im Sommer das Freibad mit ganzen Familienclans überbelegt. Es gab immer Orte wo zuviel los war und anderswo bedrückende Fadesse. Die Schule war mir ohnehin zumeist ein Gräuel und bestimmte die kurzfristige Planung, was natürlich sonntags keine Euphorie in den Gedanken zulies.
Und heute: ich stand auf und legte mich wieder hin. Ich begann 2 Bücher zu lesen, kam aber nicht so recht vom Fleck. Ich schaue mir ein paar Wetterseiten im Internet an, was die Stimmung zusätzlich eintrübte. Ich blätterte in ein paar Blogs, freue mich kurz über die gestrige Statistik (nona!), und landete schließlich beim Fernseher. Keine Unterhaltung, nur Dokumentationen und Musikalisches, öde Comedy oder was sich heute dafür hält. Weiterzappen was das Zeug hält. Nichts wirklich Betrachtenswerteses. Schade um die Zeit!
Also zurück zum Notebook um die Welt mit meinen Sonntagsdepressionen langweilen. Ich bin eben ein miesepetriger Quäler meiner Mitmenschen.
Sonntags zumindest.
tschapperl - 6. Aug, 13:44
Nettes Spielchen: suche deine erste
BRAVO.
Die haben da jetzt tatsächlich alle bisherigen Titelseiten auf der Webseite und ich musste schon ganz schön weit zurückschauen, damit ich fündig wurde.
Die genaue Nummer habe ich nicht wiedererkannt, aber an ein paar Bildchen und Themen beziehungsweise die lederbekleidete Suzi Quattro - blätterweise in Lebensgröße zum Sammeln - konnte ich mich dann schon erinnern.
War es das?
Oder doch ein etwas Älteres?
Naja, Uschi brauchte noch keine Cremen zu mixen und wäre besser damals schon abgetreten: Unsterblichkeit statt unendlicher Peinlichkeit.
Dr. Sommer hatte noch kein Team und der Vorgänger war ein gewisser Herr Dr. Korff - das hatte ich glatt vergessen, dass der Typ anders hieß. Nicht zuletzt wegen dieser Serviceleistung des Blattes war BRAVO in den Siebzigern bei Eltern nicht gerne gesehen und in der Schule schlichtweg verboten. Dabei wurde einem damals nur oberflächlich erklärt, wie man ein Girlie anbaggert und bestenfalls noch ein wenig über Petting geschrieben, was heute kaum noch viele Zwölfjährige wirklich beeindrucken dürfte. Und dass man "Aufpassen" sollte. Interessantere technische Details blieben ohnedies nur am Rande erwähnt.
Und da wir alle kaum die paar notwendigen Schillinge (irgendwo zwischen 8 und 13 öS ?) hatten gab es einen regen Tauschhandel und damit eine ökonomisch/ökologisch sinnvolle Mehrfachnutzung. Die Suzie Quattro lebensgroß konnt aber nur der wohlhabendere Erstnutzer an die Kinderzimmerwand kleben - wenn er das überhaupt durfte. Oder den David Cassidy, aber der gehörte ins Mädchenzimmer.
Verdammt lang her.
tschapperl - 5. Aug, 12:33
Endlich sind sie wieder da, nämlich brauchbare Schwammerl. Genauer gesagt: die Eierschwammerl. Gutes Schwammerlwetter - weil zu trocken - hatten wir hier knapp nördlich der Alpen zwar nicht, aber in der Steiermark und in Kärnten muss es wohl zuletzt häufiger geregnet haben.
Derzeit überschwemmen sie den Gemüsemarkt förmlich, schön feste und frische gelbe Pilze. Kaum über 9€ kostet das Kilo momentan. Vorbei die Zeit, wo zunächst serbische und dann polnische Pilze zu haben sind, denen man den langen Weg deutlich ansieht und die unterwegs irgendwo den Geschmack liegengelassen haben. Man muss es also nur erwarten können.

Empfehlenswert: fast jede Zubereitung , ausser die phantasielose Variante, wo die Küche den Namen bereits für die Rezeptur hält: Eierschwammerl mit verschlagenen Eiern. Das hasse ich solange ich denken kann! Allein das optische: zwei verschiedene Gelbfarben zu kombinieren - entsetzlich! Und die vorschmeckenden Eier bringen den feinen Pilzgeschmack fast um.
Am besten ist nach wie vor eine Schwammerlsauce mit viel Schlagobers, zuletzt ein paar Butterstückchen zum Montieren. Oder auch ein Schwammerlgulasch mit mildem, sparsam verwendetem Paprika. Oder nur rösten mit etwas Zwiebel und Petersilie. Alternativ könnte man sie auch als Füllung in einem Strudel verarbeiten.
Alles, nur keine Eier !!!
Sonst soll man die Eierschwammerl lieber im Wald lassen.
tschapperl - 4. Aug, 18:08
Analog James Bond könnte ich so antworten, wenn jemand meinen Namen wissen möchte.
Heute bin ich in
Spiegel-Online wieder einmal schlauer darüber geworden, was ich hier eigentlich so treibe - ein empfehlenswerter Artikel über die neue Soziale Webkultur. Ganz moderne erfuhr ich sind schon Web 2.
01 - Typen - soweit habe ich es noch nicht gebracht. Wieder einmal bin ich nicht vorne mit dabei: die werbemanipulierten Blogs greifen um sich und ich verschlafe diesen Trend! Dabei würde ich hier sogar für Hundefutter posieren, wenn die Marie (entspricht etwa der deutschen "Kohle") stimmt. Non olet.
Und letzte Woche war dann die Titelstory im Spiegel ebenfalls Typen wie mir gewidmet, die sich "im Internet entblößen". Im Weblog, auf FLICKR und ähnlichen Spielwiesen - aber das tun wir ja gerne - so ein wenig als Nackedei herumlaufen.
Ein eigenes Weblog habe ich ja nur angelegt, weil ich Ende letzten Jahres gelesen habe, dass ich ohne Teilname an Social Software die Zukunft rettungslos verschlafen würde und nicht enden wollte wie mein Vater, dem allein schon der Gedanke daran, einen Computer einschalten zu müssen, nur Unverständnis und Schreckäußerungen entlockt.
Ein erster Versuch bei
20six ist nach wenigen Wochen an dessen Einstellung gescheitert. Wenn da nicht meine Lieblingsschreiberin Frau
Saintphalle gewesen wäre, die zu Twoday gewechselt ist und mich inspiriert hat es ihr klammheimlich nachzutun, hätte ich glatt aufgegeben.
Und dann schreibt man und schreibt man, lernt Leute kennen und irgendwann mag man die tägliche Nach- und Rundschau nicht mehr missen, die Bekannten - "Gesichter" wollte ich schon fast schreiben - und alle anderen interessanten Gestalten, die sich hier so herumtreiben.
Es kostet natürlich Zeit, aber die wird andernorts sinnloser verplempert.
tschapperl - 1. Aug, 17:11
Gerade rauscht die Kaltfront durch und es stürmt, blitzt und kracht. Schade um den Hochsommer. Das wird heuer nichts mehr - ist so ein Gefühl. Und meistens stimmt das dann auch.
tschapperl - 31. Jul, 21:46
Über die verdammte Sch...hitze
Darüber wird hier nicht mehr geschrieben. Probieren wir es also mit dem Regen - meteorologische Ereignisse sind immer ein guter Gesprächsstoff, wenn man eigentlich nichts mitzuteilen hat.
Also den Regen, den hatten wir gerade hier, nach ungefähr 10 Tagen Absenz auf Kurzbesuch. Es wurde dunkel, blitzte und donnerte ein wenig, aber es reichte gerade für ein paar mickrige Tröpfchen. 40 Kilometer weiter im Ennstal ist Land unter und sind viele Keller voll nach einem Unwetter - sagt das Radio. Irgendwie hat sich das früher doch ein wenig besser verteilt.
Ich stellte mich erwartungsfroh mit zwei Gießkannen neben die Klappe beim Abflußrohr der Dachrinne und wollte endlich wieder ein wenig Regenwasser für meine Zimmerpflanzen ergattern - wieder nichts. Vielleicht 4 Liter, was vom halben Hausdach aufgefangen herausrann.
Und gerade heute Abend wäre kräftiger Regen so schön gewesen: ich kenne da ein paar Leute, zu deren Urlaubsanfangsgartengrillparty ich nichts weniger als die Sintflut als nassen Gast gewünscht hätte.
tschapperl - 28. Jul, 20:58
"Ich bin müde, müde nach allem was war, ...".
Boris Bukowski geht mir nicht mehr aus dem Ohr.
Das kommt davon, wenn man sich diese Lieder schon morgens in der Eisenbahn hineinzieht, dass man am Bahnhof kaum noch imstande ist, den Zug zu verlassen und in die Tramway zu wechseln.
Dann noch die Hitze ( halt, wird hier nicht mehr behandelt). Dann das öde Erwerbsleben mit den hitzegeplagten Mitarbeiten. Wieder kein Nachmittagsschlaf, denn bei Schönwetter geht man nicht ins Bett, dann das tägliche sportliche Pensum (muß auch sein trotz der) . Und dabei wieder diese Musik aus den Kopfhörern.
Was habe ich mir da nur zusammengebrannt. Ich sollte die CD im Player wechseln.
tschapperl - 26. Jul, 22:44
Was kümmert mich die Hitze? Das Thema langweilt zusehends. Bin schon nahe dran, meinen Gedankengarten diesem ohnedies flüchtigen Thema analog der WM zu verschließen (Jammern kann man ja auch in fremden Blogs darüber bis zum Überdruß, wenn einem plörtzlich danach ist).
Dafür habe ich heute mein erstes Weihnachtsgeschenk gekauft: ein Buch für meine - mittlerweile auch nicht mehr kleine - Schwester. Fünf Monate noch, und wenn man es sich zur Herzensangelegenheit zum Christkind gemacht hat hauptsächlich Bücher zu verschenken, und die mittels Durchlesen vorher auf Tauglichkeit für den zukünftigen Besitzer testen will, dann kann man nie früh genug damit anfangen. Lesen braucht Zeit. Geschenkauswahl auch.
Wie schon Josi Kirschner (ob der noch lebt?)immer sagte: "Man muss rechtzeitig drauf schauen dass man es hat wenn man es braucht".
tschapperl - 24. Jul, 21:29
Tag 7 der nichtendenwollenden Woche der guten Laune.
Die rosarote Brille jetzt abnehmen? Kommt nicht in Frage. Die abendliche Besinnung an das schöne Erlebte des Tages hat was für sich. Das Exerzitium wird - in irgendeiner nichtschriftlichen Form - weitergeführt, wie genau ist mir noch unklar.
Bin ich etwa unbemerkt wieder beim Gute-Nacht-Gebet gelandet?
tschapperl - 21. Jul, 22:38
Das heutige Bulletin zum 6. Tag der Gute -Laune-Woche entfällt.
Nicht etwa, dass trübe Gedanken die freundliche Grundstimmung verscheucht oder irgendwelche anderen Widrigkeiten daran gekratzt hätten: beides ist nicht der Fall.
Es ist heute nur ganz einfach zu heiß!
Der PC steht im warmen Dachgeschoß und das drahtlose Notebook wäre gartentauglich, lässt mich aber die meiste Zeit bei Twoday nicht hinein - der Teufel allein weiß, warum. Und mit dem habe ich diese Woche nichts am Hut.
tschapperl - 20. Jul, 18:33
Den Ausdruck habe ich heute im Spiegel gelesen, im Nachruf auf Rudi Carell (wobei dieser Terminus nicht im Zusammenhang mit dem Abgetretenem gebracht wurde, sondern mit der heute uns heimsuchenden Pseudokomik im deutschsprachigem TV).
Trotzdem: nettes Wort, diese Woche auch auf meinen kleinen Gedankengarten anwendbar. Meine Treibstoffabgabestelle hat nur noch wenige Tage geöffnet: wir schreiben Tag 5 - wenn ich mich nicht verzählt habe - der Jubel-Trubel-Heiterkeitswoche.
Also, es neigt sich wieder einer jener traumhaften Sommertage seinem Ende zu, wie man sie sich nur wünschen kann. Man braucht sich nur an das Vorjahr erinnern und die zugegeben etwas warmen Temperaturen erscheinen ungleich erträglicher.
Die Welt erscheint breiter, die Zukunft rosiger, der Winter weit, weit weg.
Möglicherweise tut sich sehr bald eine einschneidende berufliche Veränderung für mich auf, verbunden mit einem Wohnortwechsel. Die Dinge werden täglich wahrscheinlicher und bedürfen eigentlich nur mehr eines kleinen persönlichen Wagnisses - ohne eine zuversichtliche Grundstimmung bewegt sich da aber rein gar nichts. Vielleicht ist gerade jetzt die richtige Zeit den allzu bequem gewordenen inneren Schweinehund hinauszujagen!
Daher: Fahren, solange es noch Treibstoff gibt - für ein paar Tage scheint er noch zu reichen.
Schau mer mal.
:-)))
tschapperl - 19. Jul, 19:28
... was nicht mehr zu ändern ist.
Wenn man diese kleine Regel für ein zufriedenes Leben erst einmal intus hat, dann kann einem mental eigentlich nicht mehr allzuviel Übles widerfahren. Heute habe ich mich fast immer daran gehalten, schließlich haben wir Tag 4 und damit Halbzeit in der Woche, wo Zuversicht und Zufriedenheit Hand in Hand dem mittlerweile nicht wiedererkennbaren Tschapperl vorausschreiten.
Es ist kein größeres Malheur passiert, auch nichts immens Erfreuliches geschehen, also gibt es heute keine grenzenlosen Jubelchöre.
Hauptsächlich sind es ja die kleinen Freuden, die das Leben durchaus angenehm machen:
Die Bundesbahn ist in diesen Tagen pünktlich wie selten zuvor - der morgendliche Stressfaktor "Schaffe ich es noch rechtzeitig?" ist weg.
Mein Chef hat sich tatsächlich heute bei mir über meine letzten Urlaubserlebnisse informiert, was einer Rarität gleichkommt.
Mein Horoskop ist sicher auch gut - wenn nicht dann taugt es nichts: der Wassermann ist derzeit einfach an seinem Zenit angelangt.
Die anstehende Autoreperatur wird laut Werkstätte doch nicht mit dem befürchteten vierstelligen Rechnungsbetrag enden und etwas billiger sein.
Ich habe mein verlorenes Taschenmesser wieder gefunden (in einer Tasche !! - wie originell).
Um die geneigte Leserschaft nicht weiter mit diesen Nebensächlichkeiten zu langweilen endet die heutige Verkündigung der frohen Botschaften.
Noch 3 Tage Happyness all around - morgen muss daher etwas Besonderes stattfinden. Das spüre ich schon!
tschapperl - 18. Jul, 21:20
Ja, der gute alte Roy, was waren das für Zeiten! Kann man dieses Feeling noch toppen ? (Sorry, die Anglizismen gehen heute mit mir durch, das macht die anhaltende Euphorie!). Gut möglich, Freudentag Nummer 3 der Woche des kindlichen Staunens hielt, was er versprach:
Sonnenschein von früh bis spät - da schleppt man gerne die Gießkannen durch den Garten, auch wenn das Kreuz noch so weh tut.
Das Schwimmbad ist etwas voll, wie gut, dass es zuhause die Gardena-Gartendusche gibt - ein exklusiver Sommerspaß.
Die Anderen schwitzen im Urlaub wie die Firmgöden, ich bin im klimatisierten Büro, was Herz und Kreislauf narrisch freut.
Beim Counter und den Kommentaren merke ich, dass meine geneigte Leserschaft durchaus Anteil nimmt an der neuen Fröhlichkeit - was könnte das Bloggerherz mehr wünschen?
Da hüpft man abends ungefähr genausogern ins Loch wie ein Teletubbie, wenn die lachende Sonne untergeht.
Morgen geht´s weiter!
tschapperl - 17. Jul, 21:38
Bisher waren mir Sonntage meist entweder langweilig vorgekommen oder gar verhasst. Das ist vorläufig vorbei. Es ist Gute-Laune-Woche, Tag 2.
Was hat diesen Tag des Herrn so unvergleichlich gemacht? Hier einige Beobachtungen und Reflexionen:
Das Wetter ist noch immer schön.
Twoday.net hat neue Funktionen und erleichtert mir als Dummie die Arbeit das Blogvergnügen.
Morgen kann ich wieder in die Arbeit gehen (ich habe noch eine!).
Schumi hat gewonnen (mittlerweile mag ich ihn; je älter, desto cooler).
Keine FPÖ-Teilnahme bei 2er TV-Debatten vor der Herbstwahl zum Nationalrat (besser nur Unsinn als braunes Gerülpse).
Der Sommer macht morgen laut Fernsehwetterfee noch keine Pause - Hoch "Bruno" darf weiterleben.
Kein Mitmensch hat mich heute geärgert.
Eigentlich geht´s mir ja wirklich gut. Morgen wird auch toll! Geht gar nicht anders.
tschapperl - 16. Jul, 21:25
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