Alltag

Donnerstag, 21. Dezember 2006

1. Rauhnacht der Saison

Heute ist die erste Rauhnacht. Da werde ich glatt mit dem Weihrauchkessel schwenkend 3 mal gegen den Uhrzeiger ums Haus laufen. Mangels Viehstall drehe ich dann noch ein paar Runden um den Baum, auf dem das Vogelhaus hängt. Man will ja die Piepmätze gesund über den Winter bringen, dass sie einem dann mit dem Gezwitscher im Frühjahr den Morgenschlaf rauben können.
In der Thomasnacht soll man angeblich verkehrt im Bett schlafen. Das bringt Glück und die Träume in der längsten Nacht gehen wahrscheinlich in Erfüllung. Blöd nur man träumt von Beinbruch, Schuldenfalle oder das Notebook gäbe den Geist auf - oder man träumt man wache nicht mehr auf.
Mehr braucht man nicht.
Irgendwas war noch mit einem Brunnen: wenn man hineinschaut oder was hineinwirft - Details habe ich vergessen - dann sieht man in die Zukunft. Ich werde mich aber hüten, denn das vergangene Jahr verlief einfach phantastisch. Da sehe ich sicher nichts Gescheites.

Vielleicht wir es besser sein einfach nur fernzusehen!

Sonntag, 10. Dezember 2006

Suche nach Promillenz

Gestern in der finsteren Pampa, ein wenig nach Mitternacht: ich war allein unterwegs auf einer Landstraße. 120km/h statt der erlaubten 80. Und wurde prompt mit rotem Leuchtstab aufgehalten.
Ich suche schon nach einer Ausrede für die beschleunigte Fahrt, aber man interessierte sich nur für etwaigen Alkoholkonsum. Nicht ohne Missetäter zu erwischen - ein paar Fahrzeuge standen schon verlassen neben der Straße.
Die finster dreinschauende blonde Polizistin vom Planquadratstrupp war sich bei mir schon recht sicher einen weiteren Illuminierten ausgemacht zu haben: die Unordnung im Auto, der Geschenkskorb am Beifahrersitz, die lange Suche in allen Taschen nach dem Führerschein, der sich dann erst im Rucksack im Kofferraum fand. Und dann noch meine Ungeschicklichkeit am Vortestgerät - aber wann übt man da schon.

Irgendwie war ich ihr aber sympathisch. Sie lächelte erstmals während der Amtshandlung, als sie 0,0 in ihr Promilleprotokoll schrieb. So als würde sie sich ein klein wenig freuen.

Dienstag, 31. Oktober 2006

Brauchtumsverlust

Keiner wartet darauf, aber warum nicht: auch in diesem bescheidenem Gedankengarten also ein paar Reflexionen zu Halloween:

Vorab: scheinbar ist der Höhepunkt des Unfugs aus Amiland schon wieder überschritten, zumindest in meiner allernächsten Umgebung.
Angefangen hat es vor etlichen Jahren, als ein netter Kleiner vor dem Gartenzaun stand und immer wieder zwei Worte wiederholte, deren Sinn er mir trotz freundlicher Befragung nicht erklären konnte. Achselzuckend und freundlich lächelnd musste ich ihn dort stehen lassen und erst am nächsten Tag erklärte mir jemand den Halloweenbrauch mit den Zuckerln. Das hatte ich zwar schon einmal im Fernsehen mitbekommen, aber dass die auch bei mir aufkreuzen würden - daran dachte ich nicht im Traum.
Letztes Jahr habe ich dann wegen der vermehrten Anfragen vom Nachbarschaftnachwuchs erstmals meine Haribovorräte für das fordernde Jungvolk geplündert und heute am Morgen schaute ich noch in den Küchenschrank, ob auch irgendetwas Süßes vorhanden wäre. Man will ja kein Spielverderber sein.
Aber nichts geschah des Abends, die Glocke blieb stumm - der prekarische Nachwuchs von ringsum blieb zu hause, wahrscheinlich sind die durchwegs übergewichtigen Kids bereits zu träge sich aus den Fernsehsesseln zu schälen und auf Gummibärlijagd zu gehen. Der Schrecken läuft im TV - wozu den Hintern bewegen.
Muß ich das Sackerl mit dem Maoam-Zeug halt selber essen.

Auch so erledigen sich diese nervigen Diskussionen über Sinn/Unsinn der Übernahme von Bräuchen vermeintlich überlegener Kulturen: es macht keinen Spaß, was mittlerweile kaum noch jemanden stört oder aufregt. Halloween ist bald tot, passt eben nicht hierher. Ähnlich lächerliche Umtriebe habe ich vor längerer Zeit auch einmal in Thailand gesehen, wo die Buddhisten versuchen in der Hitze so etwas wie Weihnachten zu zelebrieren. Und nicht anders verhält es sich bei der in allernächster Zeit wieder aufflammenden Diskussion Christkind versus Weihnachtsmann - der alte Sack hat hierorts letztendlich keine Chance.

Dienstag, 17. Oktober 2006

Ort der Erleichterung

Einladendes Bildchen. Ist heute im Wien-Blog der TAZ zu bewundern. Endlich Farbe an der Pissrinne, die ansonsten ja eher ein trister Ort ist. Immerhin an keinem geringeren Ort als in der Opernpassage im Herzen Wiens.
Für Feministinnen hält sich der Schock wohl in Grenzen - sie dürfen/sollten ja schließlich nicht hineingehen, dorthin, wo ein Männchen auf der Türe ist.

pissoir

Quelle: //taz.de/blogs/wienblog/2006/10/16/orte-demonstrativer-frauenverachtung/

Montag, 9. Oktober 2006

Händi

Heute am Weg vom Bahnhof nach Hause: eine alte Frau steht ratlos mit einer Schachtel unter dem Arm auf der Straße. Als ich vorbeigehen will spricht sie mich an und erklärt mir hier von der Schwiegertochter vergessen und nicht abgeholt zu sein. Ob ich ein Telephon mithätte?
Sie drückt mir einen vielgebrauchten Zettel in die Hand und ersucht, dass ich die Nummer wähle und die mißliche Lage beende.
Händi Beatrix, steht drauf und eine Zahl. Ich brauche doch einige Zeit um zu erkennen, dass ich nicht Frau Händi anrufen soll sondern Trixie´s Handy.
Sie schreibt es halt wie sie es spricht. Aber es ist eine wunderbare Schreibweise für eines dieser neudeutschen Unwörter.
Im kleinen Schriftverkehr werde ich es für mich vorerst einmal beibehalten.
Das Händi.
Klingt leicht schweizerisch.

Sonntag, 1. Oktober 2006

Knapp daneben ...

... ist auch vorbei. So weit lag ich gar nicht daneben, nur der Absturz der Volkspartei war für mich scheinbar denkunmöglich in der Größenordnung.
Was mich aber nicht unerfreut schlafen gehen läßt. Hochmut kommt vor dem Fall eben gehäuft vor!

:-))))))))))

Freitag, 29. September 2006

Tagesform

Am Freitag gebärden sich die Menschen noch etwas dümmer, launischer und komplizierter als üblich. Egal ob im Straßenverkehr oder in der Arbeit: die Aussicht auf ein paar freie Tage tut den Wenigsten gut.

Mittwoch, 13. September 2006

Vernunftlosigkeit


Der Ratzinger wettert gegen die Vernunft. Als braves Schäfchen habe ich das schon seit geraumer Zeit verinnerlicht:

ICH bin schon längst unvernünftig!

Mittwoch, 6. September 2006

Frühe Weihnachtsgeschenke

Heute habe ich die ersten Weinachtsgeschenke gekauft. Ich verschenke fast nur mehr Bücher. Einerseits dient dies der Verwandten- und Bekanntenbildung, andererseits habe ich auch etwas davon: ich lese die Meisten vorher noch schnell selbst durch. Das hat auch für den Beschenkten einen großen Vorteil: ich weiß dann mit einiger Sicherheit nach der Lektüre, ob er die ersten 20 Seiten auch schaffen wird! Büchergeschenke sind für mich individuelle und mit Liebe ausgesuchte Sachen ad personam statt irgendetwas schnell noch Gekauftes.

Mit dem Eignungslesen muss man aber bald genug anfangen: voriges Jahr habe ich nur 3 bis 4 Werke geschafft, weil ich erst Anfang Advent damit begonnen habe, also viel zu spät.

Heute erstanden:

Tagebuch einer Verführung von Zoe Heller (??) wegen dem verführerischen Cover
Angstblüte von Martin Walser
Jedermann von Philip Roth
Mein deutsches Dschungelbuch von Wladimir Kaminer (bereits 2/3 heute gelesen !!!!!)

Also kein allzu großes Pensum derzeit: Nummer 4 ist fast durch, wird aber sicher noch ein zweites Mal etwas langsamer gelesen, das hat es ganz einfach verdient. Nummer 1 geht auch schnell, auf "Jedermann" freue ich mich besonders und brauche höchstens ein Wochenende. "Angstblüte" wird länger dauern, beim letzten Walser-Buch ("Der Augenblick der Liebe") saß ich immerhin fast den ganzen Sommer dabei - hat sich aber auch in dieser Langsamkeit durchaus gelohnt.

Donnerstag, 31. August 2006

Kein Beichtgeheimnis

Die Stöckchen fliegen wieder einmal tief und es wird gebeichtet, dass den Beichtstühlen die Dächer nur so wegfliegen.

beichte

Ich beichte nicht!

Nicht etwa, dass ich nichts angestellt hätte. Es gibt Tage, da wäre Rumpelstilzchen ein Westentaschenbosnigl verglichen mit mir.
Sorry, mir tut nur nichts leid, verursachter Schaden kümmert mich nicht und um Vergebung stelle ich mich schon gar nicht an. Das wäre ja noch schöner!

Eine Beichte ohne Reue und Absolution ist wie Beischlaf ohne Orgasmus.
Fällt daher aus.
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