Samstag, 16. September 2006

Canossagang

Asche auf mein Haupt! Was ich da dem Ratzinger zuletzt vorgeworfen habe ist Unsinn, war schnell und unvernünftig aus der Hüfte geschossen .
Ich habe damit nichts anderes gemacht als die Mimosen aus der muselmanischen Welt: genau wie die einen Satz aus aus der Vorlesung in Regensburg aus dem Zusammenhang gerissen haben, hat Tschapperl sofort gekläfft und dem Benedikt ans Bein gepinkelt, weil ich wieder einmal mein naturwissenschaftlich geprägtes Weltbild angegriffen wähnte.
Ich habe erst heute den ganzen Text in der SZ gelesen und die Ausführungen vom Ratzinger über die Vernunft sind doch ganz andere als die von den geifernden Freitagspredigern und in diesem Fall auch von mir vor den Vorhang gezerrten.
Man braucht nicht gleich mit dem Wüstenwinden mitzupusten und daher ziehe ich heute mein Büßerhemdchen an und laufe barfuß herum.
Bis ich mir vergeben habe.

Mittwoch, 13. September 2006

Vernunftlosigkeit


Der Ratzinger wettert gegen die Vernunft. Als braves Schäfchen habe ich das schon seit geraumer Zeit verinnerlicht:

ICH bin schon längst unvernünftig!

Montag, 11. September 2006

9/11- Tschapperls Südturmreminiszenzen

Die Türme waren nicht schön - eigentlich waren sie ziemlich protzig und irgendwie unpassend in der ansonsten zauberhaften Skyline von NYC. Sie waren irgendwie kalt und unheimlich, fast wie von Aliens mitten in die Stadt gerammt.
So gesehen gehen sie mir nicht ab.
Was mir aber fehlt ist die Aussicht, die ich in dieser Form nicht mehr genießen werde können. Ich kann mich nicht erinnern einmal von einem beindruckenderen Balkon irgendwo in die Welt hinuntergeschaut zu haben.
1999 war ich zwei oder drei Stunden auf der Spitze des Südturms des WTC, an einem wolkenlosen, windstillen (das war wichtig dort!) Septembertag. NY lag zu Füßen, die Hochhäuser rundherum, die von unten auch beeindruckend genug sind, waren plötzlich auf irgendwie auf gefühltes Streichholzschachtelniveau geschrumpft. Die Sicht reichte wohl mehr als 100 Kilometer in alle Richtungen. Einfach atemberaubend. Unvergeßlich.
Suizid durch hinuterspringen war übrigens wegen einer 2-fachen elektrischen Zaunanlage unmöglich. Ich glaube ich war nicht der Einzige mit solchen Gedanken, dort oben denkt fast jeder automatisch darüber nach , wie es wäre, da hinunterzufallen.
Wie es aussieht haben wir leider gesehen.

Sonntag, 10. September 2006

Treue Besucherin

Vor den Vorhang: "meine" Katze.

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Ich habe ein sehr praktisches Haustier. Wir kennen uns mittlerweile seit 13 Jahren. Sie verbringt regelmäßig ganze Nachmittage bei mir im Garten, im Sommer kommt sie täglich, taucht auch unvermittelt im Haus auf. Wem sie gehört, das weiß ich nicht einmal ganz genau. Wahrscheinlich einer alten Frau, die einige Häuser weiter wohnt.
Ich habe sie "Murl" getauft, eine hierorts beliebte schlampige Aussprache von "Murli". Wahrscheinlich ist ihr Name aber Minki, ein Nachbarkind hat mir das einmal erzählt, aber da war die Taufe schon längst geschehen.
Gelegentlich bekommt sie ein wenig Wurst oder Schinken, ansonsten frißt sie zu hause. ich brauche sie nicht zu entwurmen, nicht waschen, brauche kein Katzenklo oder Katzenshampoo. Keine Tierarztrechnungen, wenn ich ein paar Tage nicht da bin: kein Problem.

Kurzum: das ideale Haustier.

Samstag, 9. September 2006

Ein Kilogramm

Paulchen, mein neuer Neffe, hat, wie hier unlängst vermerkt, vor vier Wochen das Licht der Welt erblickt. Damals waren es 660 Gramm Lebendgewicht, die er mitgebracht hat und noch auf 580 Gramm reduzierte. Seither geht es aufwärts: vorgestern war das erste Kilogramm geschafft.
Die Geschichte dürfte ein gutes Ende nehmen.

Mittwoch, 6. September 2006

Frühe Weihnachtsgeschenke

Heute habe ich die ersten Weinachtsgeschenke gekauft. Ich verschenke fast nur mehr Bücher. Einerseits dient dies der Verwandten- und Bekanntenbildung, andererseits habe ich auch etwas davon: ich lese die Meisten vorher noch schnell selbst durch. Das hat auch für den Beschenkten einen großen Vorteil: ich weiß dann mit einiger Sicherheit nach der Lektüre, ob er die ersten 20 Seiten auch schaffen wird! Büchergeschenke sind für mich individuelle und mit Liebe ausgesuchte Sachen ad personam statt irgendetwas schnell noch Gekauftes.

Mit dem Eignungslesen muss man aber bald genug anfangen: voriges Jahr habe ich nur 3 bis 4 Werke geschafft, weil ich erst Anfang Advent damit begonnen habe, also viel zu spät.

Heute erstanden:

Tagebuch einer Verführung von Zoe Heller (??) wegen dem verführerischen Cover
Angstblüte von Martin Walser
Jedermann von Philip Roth
Mein deutsches Dschungelbuch von Wladimir Kaminer (bereits 2/3 heute gelesen !!!!!)

Also kein allzu großes Pensum derzeit: Nummer 4 ist fast durch, wird aber sicher noch ein zweites Mal etwas langsamer gelesen, das hat es ganz einfach verdient. Nummer 1 geht auch schnell, auf "Jedermann" freue ich mich besonders und brauche höchstens ein Wochenende. "Angstblüte" wird länger dauern, beim letzten Walser-Buch ("Der Augenblick der Liebe") saß ich immerhin fast den ganzen Sommer dabei - hat sich aber auch in dieser Langsamkeit durchaus gelohnt.

Sonntag, 3. September 2006

Inzest im Biotop gestoppt

Heute habe ich Nachwuchs bekommen: eine Tante hat mir 18 Teichmolche überlassen, zudem einige Wasserschnecken für meine beiden kleinen Gartenteiche. Es war auch hoch an der Zeit, weil die jeweiligen orts- bzw. tümpelansäßigen Populationen seit fünfzehn Jahren keine Chance auf ein wenig Blutauffrischung bekommen haben und ich mich bereits fürchtete, dass sie infolge Inzucht langsam krankheitsanfälliger werden oder verblöden. Keine Ahnung wie schnell das bei Schnecken und Amphibien geht! Bei Braunbären sind angeblich 3 bis 4 Generationen mit inzestösen Sexualverhalten notwendig, bis nur mehr vertrottelte und verhaltensgestörte Problembären mordend durch die Lande streifen.

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Mögen sie von den alteingesessenen Tierchen besser behandelt, verstanden und aufgenommen werden als unsere zugezogenen Mitbewohner hier in Österreich. Die Chancen auf Verständigung sind gut, im Biotop herrscht schließlich kein Wahlkampf, und braune Rülpser macht der Teich nur, wenn sich aus dem schlammigen Untergrund ein paar Gasblasen entleeren.

Donnerstag, 31. August 2006

Kein Beichtgeheimnis

Die Stöckchen fliegen wieder einmal tief und es wird gebeichtet, dass den Beichtstühlen die Dächer nur so wegfliegen.

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Ich beichte nicht!

Nicht etwa, dass ich nichts angestellt hätte. Es gibt Tage, da wäre Rumpelstilzchen ein Westentaschenbosnigl verglichen mit mir.
Sorry, mir tut nur nichts leid, verursachter Schaden kümmert mich nicht und um Vergebung stelle ich mich schon gar nicht an. Das wäre ja noch schöner!

Eine Beichte ohne Reue und Absolution ist wie Beischlaf ohne Orgasmus.
Fällt daher aus.

Montag, 28. August 2006

Schwammerlmania

Das mit dem Schwammerl-, respektive Pilzboom hält bei "tschapperl" an.

Wie vor einigen Tagen berichtet bekommen alle online-Schwammerlsucher bei Google mein Weblog vorgeschlagen. Wer "Eierschwammerl" sucht und die richtige "Schwammerlzeit" wird online zu mir verbunden.
Das macht nachdenklich.
Habe ich auch endlich das große Los gezogen, eine Nische entdeckt, aus der Milch und Honig und Euros fließen könnten?
Sollte ich schnell auf den anrollenden Zug aufspringen oder eine Pilzberatung ins Web stellen - "Tschapperls Schwammerlwäldchen"?
Mit Rubriken für Horoskopgläubige, TCM-Brüder und Giftler. Und ein Pilzsammelspiel. Extra-Tipps für das richtige Ahnl-Vertilgen. Trockenpilzversand mit Aphrodisiaka-Schwerpunkt. Nackte Mädels mit Pilzkörben im Wald, wenn sie sich bücken und am Schwammerl schnuppern.

Ideen wären vorhanden.

Samstag, 26. August 2006

In der Kürze liegt die Würze

Manchmal, es kommt nicht gar so oft vor, da versteht man, warum man Fernsehgebühren bezahlt.

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Gerade hat ORF 2 eine wirklich schöne Zusammenfassung von Verdi´s "Il Trovatore" gebracht - eine Aufführung auf dem See in Bregenz bei den heurigen Festspielen, die einen erfrischt und Melodien leise weitersummend entlässt.
So macht Oper im Fernsehen Spaß: gekürzt auf eine Stunde mit den wesentlichen Szenen und musikalischen Highlights, zwischendurch die komplizierte Story kurz und bündig erklärt.
Diesen Regisseur würde so mancher Tatort dringend brauchen um auf erträgliche 45 Minuten herunterzukommen ohne dabei zu verlieren.

WETTERWECHSEL

Man kann das Leben und seine Veränderungen mit Erscheinungen aus der Meteorologie vergleichen. Es passiert laufend etwas am Erdboden und am Himmel.
Schönes stabiles Hochdruckwetter, Sonnenschein vom Morgen bis zum Abend, das habe ich jetzt mehrere Jahre lang genossen. Aber jedes Hoch beginnt einmal zu altern. Wenn die Morgen nicht mehr taufrisch daherkommen, sondern bereits eine unangenehme Wärme in sich haben, das Sonnelicht sich in der Früh weißlich-gelb präsentiert und erste hohe zerfranste Cirruswolken über den Himmel ziehen, dann sind die Vorboten da, die einen Wechsel ankündigen.



Es trübt sich langsam ein und man glaubt noch nicht wirklich an Veränderungen, aber dann geschieht es doch. Ich spüre meine dunklen Wolken gerade aufziehen. Wenn die Ebene, auf der man steht, sich immer mehr neigt, hilft erst die Gleichgewichtsverlagerung noch, zum Schluss aber auch das Festhalten nicht mehr.
Wenn der Wettersturz mit der Kaltfront dann da ist steht man den Elementen hilflos gegenüber, außer man bemerkt es rechtzeitig und findet einen Unterschlupf. Doch wann soll man anfangen einen zu suchen? Man will nicht lächerlich übervorsichtig wirken.
Werden sich die Wolken gar wieder verziehen? Sollen sie es überhaupt? Oder sehnt man sich insgeheim nach einem Wechsel? Weil man ja weiß: einige Zeit wird es zwar dunkel und nass sein, man wird frieren, die besseren Tage werden in schmerzlicher Erinnerung bleiben, aber das wird vorbei gehen wie das Meiste im Leben. Und im neuen warmen Sonneschein werfen die Sachen schneller trocknen als man schauen kann.
Wenn man noch steht und nicht vom Blitz getroffen wurde.

Mittwoch, 23. August 2006

Google und die Schwammerl

Mein Counter von etracker berichtet mir immer häufiger von Google-Suchenden, denen mein Weblog an guter Platzierung (auf Seite 1!) vorgeschlagen wird.
Und zwar dann, wenn "Schwammerlzeit", "Schwammerlwetter" und ähnliche pilzbehaftete Suchbegriffe eingetippt werden. Ich fühle mich natürlich schon ein wenig geschmeichelt, wenn bei mir als Stadtmenschen Naturverbundenheit und botanisches Expertentum vermutet werden.
Das sucht man hier aberleider vergebens. Schwammerl besorge ich aus Sicherheitsgründen nur am Markt - ich lebe ja schließlich gerne. Ausserdem finde ich nie schöne Pilze und kenne bestenfalls 3 verschiedene Sorten mit jener Sicherheit, die eine Bearbeitung in der Pfanne halbwegs verantwortlich scheinen ließen.
Vielleicht werde ich aber mein gelbes Logo noch gegen einen Fliegenpilz tauschen.

Samstag, 19. August 2006

Bloggertreffen? Schön wär´s!

Mein Weblog kennt zwei Zielgruppen: alle Leute, die hier hereinschauen und MICH.
Alle Leute? Nein, nur fast alle. Jene, die mich persönlich kennen und mein nächstes Umfeld sind ausgeschlossen. Kategorisch. Wenn mir jemand zu Hause oder (selten) in der Arbeit über die Schulter schaut, wird blitzartig auf irgendwelche anderen Seiten umgeschaltet. Ich habe eben einmal beschlossen, dass dieser kleine Gedankengarten für meine Umgebung tabu bleibt. Etwas, was es für sie einfach nicht gibt.
Das hat Vorteile. Man kann rücksichtsloser schreiben, wobei ich mir aber - bisher - eine Grenze gesetzt habe: wenn es jemand doch liest, für den es explizit nicht bestimmt ist, dann soll das möglichst folgenlos bleiben. Hätte ich diese Selbstbeschränkung nicht mehr, dann würde es hier sicher, naja, sagen wir einmal "interessanter" zugehen.
Wenn ich technisch schon soweit wäre, dann könnte ich jetzt eine Umfrage machen, etwa: "Soll Tschapperl künftig die Sau rauslassen?". Vielleicht würde sie ja 4:1 dafür ausgehen. Der Wählerwille wäre dann zu befolgen, sonst wird man nicht wiedergewählt oder in diesem Falle einfach nicht mehr angeklickt.
Aber vorläufig bleibt es hier bei braver unverfänglicher Alltagsbetrachtung. Das Rumpelstilzchen in mir kann ich ja andernorts mit Kommentaren herauslassen.

Außenseiter haben es allerdings nie leicht. Wenn ich beim Paraflyer lese, dass es in wenigen Wochen in Wien ein Treffen von Bloggern gibt, die ich recht gerne lese, dann wäre ich an sich mit Vergnügen dabei, so weit ist das ja nicht weg von hier. Nur wie begründe ich dann ein, zwei Tage Abwesenheit? Ich kann hier nicht ganz einfach unbemerkt verschwinden, womöglich meldet man mich dann vermisst. Ich kann aber auch nicht sagen: "Ich fahre schnell nach Wien zu Bloggertreffen", weil ich dann erstmal erklären müsste, was ein Weblog ist und warum ich so was habe und seit wann und wieso und überhaupt. Das wird zu kompliziert.
Sieht so aus als müsste ich zu Hause bleiben.

Donnerstag, 17. August 2006

Falsche Propheten

Alle jammern seit Wochen über das Wetter: Juni zu kalt, Juli zu heiß, seit Tagen wird das Ende des Sommers herbeigeschrieben. Nur der hält sich nicht dran.
Was konnte man darüber nicht reihum lesen in allen möglichen Blogs: schon aus, wieder so kurz, noch nicht Alles erlebt, das Vorgehabte nicht gemacht, ...
Und heute: Sonnenschein, 28 Grad, fast wolkenlos, ein milder leichter Südwind.
Rundumwohlfühlwetter.
Man muß es nur erwarten können.

Samstag, 12. August 2006

Sechshundertsechzig Gramm

Als Kind hatte man es gut: es waren immer zwei Generationen vor einem und man konnte sicher sein, bevor die nicht tot sind ist man selbst nicht dran.
Als Teenager und Twen bekam dieses Sicherheitsnetz Risse. Omas und Opas verabschiedeten sich und dann waren nur noch die Eltern da. Die leben heute noch, erfreuen sich manchmal erstaunlicher Vitalität, doch wenn man genau hinschaut ...
Irgendwann werden auch sie in der Erde verschwinden und man ist in die Generation "Warten-auf-den-Sensenmann" Vollmitglied.
Seit gestern spüre ich auch Druck von unten, der erste Nachkomme in der engeren Familie ist da: ich bin erstmals Onkel.

Paul heißt er. Lange ersehnt, noch nicht erwartet weil vor der Zeit gekommen, mit 660 Gramm als Frühchen keinesfalls über den Berg - und der wirft noch einen langen Schatten. Die allgemeine Aufregung und die Angst überwiegen derzeit bei Weitem die Freude.

Aber ein wenig gute Laune blitzt schon durch den Vorhang: wurde hierorts ja ausreichend geübt.
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